Aktientips

Mai 2007

Ausser EMI Group und Vivendi (die ein gut diversifizierter Mischkonzern des Medienbereichs geworden sind) sehe ich die Aktien der Musikbranchen als überteuert an und erwarte bis 10 Prozent Kursrückgänge in den nächsten Monaten. Allgemein bin ich auch skeptisch hinsichtlich Consumer-Electronics - da die Gesamtlage durch zu wenig Kooperation zwischen Inhalte-Vermarktern (Musik, aber auch Film inklusive TV) und Hardware-Firmen nicht viel gutes erwarten lässt. Ausrüster des Bereichs digitale Datenübertragung wie Tandberg (wird gerade übernommen), Arris Group etc. sehen dagegen strategisch besser positioniert aus und sind noch nicht überteuert.


Frühere Tips (speichern Sie diese Seite und schauen Sie manchmal nach):

Aktientips - Mai 2003

Nach den von mir vorhergesagten neuen Tiefstständen der deutschen und vieler anderer Börsen ging es inzwischen wieder einmal kräftiger aufwärts und zur Zeit steht der DAX um 3.200.

Ich halte die heutigen Kurse in den meisten Fällen für noch deutlich zu hoch, da die reale Lage und die Zukunftsaussichten immer noch allgemein zu rosig dargestellt werden, wenn man von Asien und Südamerkia sowie einzelnen Aktien absieht.

Kauf-Empfehlungen

Realnetworks - auch diese Firma sieht mittelfristig sehr gut aus. Das Streaming-System ist weiterhin Markführer und das Unternehmen fährt eine brauchbare Strategie. Auf Dauer sehe ich Kurserholungen, wenn mittel- bis langfristig UMTS und andere Systeme zu deutlichem Ansteigen mobiler Streaming-Anwendungen anstelle der heutigen Radioprogramme führen werden.

 Apple - aber nur mittelfristig, da das Unternehmen eine gute Strategie hat. Von seinem Kurs_Gewinn-Verhältnis her ist es zur Zeit aber eher teuer.

Vivendi-Universal - die Unternehmensteile sind deutlich mehr Wert als der Börsenwert bei dem heutigen Aktienkurs um Euro 14 und auf Dauer wird sich diese Einsicht durchsetzen. Schade, daß das ehrgeizige und intelligente Konzept des gefeuerten CEO Messier vorzeitig abgebrochen wurde, da es im Gegensatz zu einem ähnlichen Ansatz von AOL-Time-Warner Sinn machte. Aber vielleicht wäre dieses Unternehmen manchen Politikern und Bürokraten auch zu mächtig geworden??

Verkaufs-Empfehlungen:

Alle Unternehmen, die ihren Umsatzschwerpunkt in Deutschland haben. Bis auf weiteres sehe ich hier noch lange strukturelle Probleme und massives Konfliktpotential, so lange der deutsche Staat seine Ausgaben und zum Teil auch sein Über-Regulieren der Bevölkerung nicht drastisch abbaut.

Obwohl die Deutsche Telekom noch tiefer gefallen ist, als ich angenommen hatte, kann ich die Aktie bei Kursen über 10 Euro nicht empfehlen - und sehe sie als Verkaufs-Tip.

Auch Microsoft würde ich zur Zeit verkaufen, da das Unternehmen massivem Druck von diversen Seiten ausgesetzt ist und der Ruf für schlechte Qualität sich mehr und mehr herumgesprochen hat. Hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit können vor allem die Betriebssysteme m.M.n. nicht mit den jeweilig stärksten Konkurrenten Apple, Palm, Symbian konkurrieren.

 

Herbst 2001:

Nach einer zwischenzeitlichen Erholung sind die meisten Aktien wieder auf dem Abstieg bis Absturz. Vor allem beim NEMAX lag ich auch mit der Prognose im März wieder richtig.

Inzwischen hat sich auch das wirtschaftliche Umfeld weiter verschlechtert, da ein Teil der Konjunktur vorher noch auf der Basis der hohen Spekulationsblase lief - als reale Güter und Dienstleistungen sich noch erträglich entwickelten, da zumindest durch die Aktiengewinne und umfassend betrachtet sinnlose Arbeitsplätze immerhin Geld in den Wirtschaftskreislauf und in die Kassen mancher Konsumgüter-Unternehmen spülten.
Jetzt sieht man vor allem in Europa immer deutlicher wieder die enormen strukturellen Probleme - es gibt zu viel Bürokratie und zu hohe Steuern - und die einzige Reaktion der europäischen Über-Verwalter besteht darin, zu fordern, daß Länder mit niedrigeren Steuern gefälligst ihre Steuern erhöhen sollen, damit sie "keine unfairen Wettbewerbsvorteile" gegenüber Deutschland und Frankreich (z.B.) haben. Das ist gelinde gesagt grotesk - woher massen sich unsere Länder an, andere sagen zu können, welche Leistungen und welche Einnahmen ein Staat zu leisten bzw. zu bekommen hat ??

Generell erwarte ich weiter fallende Kurse beim DAX und auch bei Dow Jones. Dafür spricht auch, daß viele Banken weiter Aktien empfehlen und selbst "Call-Optionsscheine" verkaufen. Wenn vor allem solche Optionsscheine von einer Bank an ihre Kunden verkauft wird, zeigt das deutlich darauf hin, daß die Strategen der Bank in Wirklichkeit von fallenden Kursen bei diesen Aktien ausgehen. Schliesslich verdient die Bank bei Call-Optionsscheinen an fallenden Kursen der Aktien und verliert, sollte die Aktie doch deutlich steigen.

Verkaufs-Empfehlungen:

Deutsche Telekom (ich sehe diese Aktie bei unter 20 Euro, bevor sie sich erholen kann - und das auch nur, wenn wirklich glaubhaft wird, daß die Firma ihre Strategie auch umsetzt)
SAP - eindeutig überbewertete Softwarefirma. Zielkurs bei ca. 100 oder tiefer
METRO AG - Einzelhändler mit wachsenden Problemen und Dumping-Strategie in einigen Bereichen, Zielkurs unter 40 Euro

16.3.2001

 Was ich Anfang Januar geschrieben hatte, hat sich als richtig erwiesen. Der DAX-Index ist inzwischen auf ca. 5.700 gefallen und der NEMAX deutlich unter 2.000. Trotzdem ist noch keine Basis zum kaufen gegeben, weil gerade die deutschen Aktien im internationalen Vergleich noch teuer sind und sich die reale Konjunkturerwarten weiter deutlich verschlechtert hat. Deutsche Politiker und Medien versuchen zwar, die Lage schön zu reden - aber die Zahlen und jeder Blick auf die Lage auf der Strasse zeigt ein anderes Bild.

Noch ist der Absturz nicht vorbei - weil bisher keineswegs die Kleinanleger in Panik verkauften, sondern die großen Banken und Fonds. Eine Baisse, wie sie jetzt stattfindet, wird es beendet, wenn auch alle Kleinanleger aussteigen und generell die Hoffnung aufgegeben wird. So weit ist es aber noch nicht - und selbst dann wird es nur relativ langsam wieder mit den Kursen bergauf gehen.

Einige Aktien dürften jetzt nicht mehr sehr viel weiter fallen, aber es gibt noch viele Aktien, die bei den reduzierten Erwartungen eindeutig zu teuer sind:

Viel zu teuer sind zur Zeit immer noch:

Dt. Telekom (meine Erwartung: Kurse unter 20 Euro, weil die Zahlen noch deutlich schlechter sind, als es bisher erwartet wurde), SAP (können bis auf ca. 80 Euro fallen, da die Firma nicht mehr so gut dasteht und die Rückgänge bei Investitionen der Kunden auch für dieses Unternehmen unangenehme Folgen haben werden ), T-Online (Synergien werden noch nicht ernsthaft betrieben und es ist noch nicht erkennbar, wie und ob die Firma wirklich in den Verkauf von Content einsteigen kann) , Metro AG (ist ein Händler und durch den üblen margendruck und eine Strategie der Kostensenkungen und Preiskämpfe gegen Konkurrenten in einer miserablen langfristigen Situation)

sowie international: Yahoo, Cisco, Microsoft, AOL- Time-Warner, Nokia

Von Edel würde ich noch die Finger lassen, obwohl sie schon stark gefallen sind. Siehe meinen letzten Börsentip vom Januar weiter unten.


8.1.2001

Viele meiner Verkaufs-Empfehlungen haben sich als hervvorragend erwiesen - während meine Kauf-Empfehlungen im Rahmen der allgemein schlechten Entwicklung auch in den meisten Fällen keine Erfolge waren.

Inzwishen hat sich viel getan - aber die Aussichten für die nächsten Monate sind weiter schlecht. Ich erwarte einen DAX-Indexstand von ca. 5.500 (zur Zeit ca. 6.300) und einen NEMAX-50 Stand von unter 2000, bevor es wieder sehr langsam aufwärts gehen kann.

Die Begründung ist sehr einfach - die Kurs-Gewinn Verhältnisse sind bei beiden deutschen Indices und dementsprechend den meisten deutschen Aktien deutlich höher als in den meisten anderen Ländern (vor allem den USA). Inzwischen sind aber genau diese schon immer wichtigen Zahlen wieder in das Bewusstsein der meisten Anleger und Spekulanten gedrungen und werden damit für die nächsten Monte (oder Jahre) dominierend. Zusätzlich zeigt sich, daß das Wrtschaftswachstum (und damit auch das Gewinnwachstum der Firmen) nicht so hoch ist, wie meistens bisher angenommen.

Viel zu teuer sind zur Zeit immer noch:

Dt. Telekom (meine Erwartung: Kurse um 25 Euro), SAP (ca. 80 Euro), MLP, Parsytec, SAP-SI, T-Online, Metro AG sowie international: Lycos Europe, Yahoo, Cisco, Microsoft, AOL und Time-Warner, Nokia

 


 - Börsennotierte Gesellschaften mit Musikrechten (Überblick 2003)

(Informationen von MEBIS - sponsored by the AMM Music Group )

Company
Stock exchange
comments

Vivendi-Universal

Paris, New York

früher hervorragende Synergien zwischen Kabel-TV, Internet, Film und Musik sowie eine Art Versicherung durch Wasser- und Versorgungsbereich - heute wieder interessant trotz Verkleinerung. Immer noch Synergien zwischen Telefonie, Sendern und Inhalten (Musik und Film)

Warner Music Group

New York

Nach Ausgliederung aus Time-Warner-Konzern und dem folgenden Boersengang neben EMI das groesste reine boersennotierte Musikunternehmen

Die Aktie ist meiner Meinung nach jetzt eher überbewertet.

EMI Music

London, also traded in New York and Frankfurt

eine der wenigen reinen Musikfirmen, inzwischen sehr gute Chancen, es gibt regelmaessig Uebernahmegeruechte

Sanctuary Group

London

englisches Musik-Unternehmen, das neben Label- und Verlag auch Managment- und Live-Business als Dienstleister für Musiker übernimmt und auch im TV-Bereich agiert. Inzwischen ein Sanierungsprojekt, nachdem sich das Konzept Dienstleistung fuer Musiker bei relativ geringem Kapitaleinsatz als falsch herausstellte.

Walt Disney

New York

neben dem Film- und Themenbereich hat Disney auch einen recht starken Musiksektor

Grammy Entertainment

Bangkok

thailändischer Musik- , Medien- und TV-Konzern

Edel Music

Euro-Exchange, Frankfurt

inzwischen heftig abgestürzt, da die Probleme eines reinen Musikvertriebs sich zeigten. Immer noch eher riskant, da die Musik-Geschäftslage immer noch schlecht ist und das Unternehmen nicht genug eigene Rechte für einen Erfolg im Falle einer Besserung zu haben scheint

Jack White AG

Germany

ein reiner Rechteinhaber ohne Infrastruktur-Besitz (also gut plaziert), in den letzten Jahren aber eher schwache Entwicklung

Chrysalis

London

Radio-, TV- , Film- und Musik-Aktivitäten. Musikanteil nur ca. 12 %.

AVEX Corp

Tokyo, Berlin, München

Grosser lokaler Musik- und Broadcast-Konzern mit hoher Wachstumsrate in Japan.

BMG ist auch sehr aktiv im Musikgeschäft, aber es gibt keine Aktien der Firma.
Zusaetzlich gibt es einige boersengehandelte Technologiefirmen fuer Musik und andere Inhalte, die interessant sind und zur Branche gehoeren: Zwei technische Zuliefer-Firmen: Harman und AVID haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt. AVID (zu denen Digidesign, der Marktführer für digitale bandlose Audio-Aufzeichnungs- und Produktionstools gehört) ist gut plaziert und hat es erfolgreich vermieden, sich auf tödliche Preiskämpfe einzulassen. Allerdings ist AVID's Kerngeschäft teilweise durch Apple's eigene Filmschnitt-Software gefährdet.
Harman ist breit im Audio-Bereich diversifiziert. Zur Gruppe gehören unter anderem viele Mischpult-Hersteller, aber auch Lautsprecher, Car-Audiosysteme und so ziemlich alles, was Profis und Amateure zur Audio-Produktion und -Übertragung brauchen. Die Aktie stieg allerdings in den letzten Jahren gegen den Trend weiter und ist nicht unbedingt günstig zu nennen, wenn man den Kurs mit dem Gewinn pro Aktie vergleicht. Inzwischen gibt es ein Angebot von 120 US-$ pro Aktie von einer Private Equity Gruppe.
In Paris boersennotiert ist NEXO S.A., ein kleiner Hersteller von PA-Systemtechnik der obersten Kategorie, der diverse Patente hat und vor allem bei riesigen Beschallungen von Grosskonzerten eine Rolle spielt. Yamaha besitzt einen kleinen Anteil an dem Unternehmen - und gehoert selbst zu den wichtigen Audio-Technologiefirmen.


Author: Alex Merck , Photo c 2003 Antje van Hasz

Last Updated: 05.5.2007