Music Economy Basic Information System (MEBIS) Deutschland
MEBIS ist eine Website, die die wirklichen Zusammenhänge und
Einkommens-Strukturen im Musikgeschäft transparent machen soll.
Es gibt hier keine hübschen Bilder oder hochgestylten Müll,
sondern überprüfbare Fakten, die nicht unbedingt allgemein
bekannt sind.
Unser Ziel ist dabei, Musiker, Investoren und Banken über die
Realität zu informieren, um so in Zukunft Gerüchte,
Missverständnisse und Fehleinschätzungen zu vermeiden. Auch
für Musiker ist es unserer Meinung nach wichtig, die
wirtschaftlichen Seiten ihres Berufs zu verstehen.
Zur Zeit gibt es folgende Artikel in Deutsch:
In den englischen Seiten finden Sie weitere zusätzliche
Statistiken und Infos.
NEWS und Kommentare
5.5.2007
Nach langer Pause gehen diese Seiten wieder online. Inzwischen hat sich die Lage des Musikmarktes katastrophal weiter entwickelt, aber getan wird immer noch fast nichts. EMI und einige andere Firmen haben kleine Erfolge bei der Stabilisierung ihres eigenen Geschaeftes und einige Musiker verdienen (wieder) Geld, aber die Kernprobleme sind nicht geloest:
Der finanzielle Aufwand, der vor allem fuer Marketing notwendig ist, um genuegend Einnahmen auch nur zum normalen Leben fuer einen Berufsmusiker (als kreativem Star, nicht als Instrumentallehrer oder einer der vielleicht 2000 noch notwendigen Begleitmusiker (Kunsthandwerker) zu erzeugen, kann nicht durch Verkauf von Tontraegern oder Downloads wieder eingenommen werden.
Da Musik nicht in grossem Stil technisch geschuetzt wird und zusaetzlich per Radio und allgemeine Beschallung scheinbar kostenlos verbreitet wird, sind alle Diskussionen ueber die Preisgestaltung von Musik, die leider immer noch aufkommen, voellig ueberfluessig. Die Mehrheit findet jeden Preis zu teuer, wenn sie ein Musikstueck auch kostenlos hoeren kann.
Die Einfuehrung von DRM Systemen (Kopierschutz etc.) wird von Interessensgruppen torpediert, die deutlich maechtiger und cleverer sind als die Musikbranche und die Musiker. DRM koennte funktionieren, wenn ein vernuenftiger Standard festgesetzt wuerde und der Schutz bei allen neuen Veroeffentlichungen konsequent eingefuehrt wuerde. Aber die Telekom- und Internet-Branchen sowie die Consumer Electronic Firmen inklusive heute auch Apple haben daran keinerlei Interesse, da es fuer sie nur Kosten bedeutet. Die Musiker sind auf der anderen Seite geschaeftlich zu naiv, um die wirklichen Interessenslagen und ihre Gegner zu erkennen.
15.6.2003
- Fortschritte in Hinsicht der Einsicht einiger Medienvertreter
... Musikwoche-Chefredakteur Manfred Gillig und diverse andere
schreiben seit einigen Wochen Artikel und Kommentare mit Aussagen
zu Kopieren, Radio und anderen musikwirtschaftlichen Problemen,
die hier schon seit Jahren zu finden sind. Nur c't und einige
andere Publikationen vertreten immer noch die Ansicht, daß
Urheber und ihre Vermarktungspartner ruhig ausgeplündert
werden können - was auch kein Wunder ist, da es sowohl
populistisch ist als auch einige große Anzeigenkunden dieses
Verlags aus der Elektronik- und Computerindustrie von dem
Massen-Diebstahl an Musik profitieren.
- Apple hat einen Download-Verkauf mit Beteiligung aller
großen Labels gestartet, der mit über einer Million pro
Woche verkaufter Soundfiles sehr viel erfolgreicher ist als
erwartet. Ob die recht schwache Kopierschutz-Einstellung des
Doienstes auf Dauer akzeptabel ist, kann bezweifelt werden, aber
zumindest gibt es hier einen Schutz und die Erfolge sind
vorläufig schon sehr beachtlich.
- In Deutschland war ein solches Projekt zwar schon lange
geplant und vorbereitet, aber durch langwierige Diskussionen
zwischen dem deutschen Phonoverband und der Firma T-Systems
(über Vertragsdetails) hat sich die Markteinführung
inzwischen um mehr als 9 Monate verzögert.
- Inzwischen ist auch die Filmindustrie massiv durch das Brennen
von CD-Rs und DVD-R betroffen, auch wenn die direkten Schäden
geringer sind als für die Musikindustrie. Das liegt an zwei
Faktoren: 1) noch ist es aufwendiger und teurer, Filme zu
kopieren, 2) das Einnahmemodell der Filmbranche beruht nur zu
einem kleineren Anteil auf dem Verleih und Verkauf von DVDs,
während die Musikbranche (abgesehen von subventionierten
Orchestern und Tanzmusik-Gruppen) zu 90% von dem
Tonträgerverkauf lebt.
- Das ZDF hat seine Pläne eingestellt, einen
Medien-Vergnügungspark bei Mainz mit einer Investition von
ca. 140 Mio. Euro aufzubauen. Erfreulich - aber es ist ein
Skandal, daß diese Pläne überhaupt existierten.
Das ZDF sollte sich wie andere Sender auch auf seine eigentlichen
Aufgaben konzentrieren und reduzieren - eine Grundversorgung der
Bevölkerung mit neutral gestalteten Nachrichten,
Informationen etc. zu liefern. Leider ist das wohl in Deutschland
bei allen öffentlich-rechtlichen Sendern vergessen worden.
Neben dem ZDF sind auch SWR und WDR (nur als zwei Beispiele) aktiv
im Musikgeschäft tätig, was in Anbetracht dessen,
daß sie hier als staatliche Institutionen private
Unternehmen gefährden (und vor allem Musiker und Produzenten
aufgrund ihrer staatlich finanzierten Wettberwerbsvorteile und der
damit einhergehenden Marktmacht teilweise schamlos ausnutzen)
untragbar ist. Inzwischen gehen die Sender auch massiv ins
Internet - was genau so wenig wie der Verkauf (zum Teil unter
Missachtung des deutschen Urhebervertragsrechts) von eigenen
Musikaufnahmen durch den Auftrag dieser Arme des deutschen Staates
gedeckt sein dürfte. Daß die ARD-Anstalten
zusätzlich seit Jahren Prozesse gegen
Verwertungsgesellschaften führen (und regelmäßig
vor Gericht verlieren), macht die Lage nicht besser - und
lässt hoffen, daß es irgenwann mal einige Politiker
wagen, gegen den Wildwuchs der Sendeanstalten in Deutschland
vorzugehen. Schliesslich hat Deutschland seit langer Zeit dank
dieser Sender und der GEZ Zwangs-Pay-Radio und Zwangs-Pay-TV
- BMG, der Musikbereich von Bertelsmann, hat Zahlen für
2002 vorgelegt und immerhin keinen Verlust gemacht. Insgesamt war
die Umsatzrendite knapp 5%, was bei vielen normalen Unternehmen
zur Einstellung aller Aktivitäten eines solchen Bereiches
führen würde, für Musik aber nicht schlecht ist.
EMI erreicht, wohl auch durch starke Musikverlags-Aktivitäten
und geringe Aktivitäten in einigen besonders schlecht
laufenden Ländern sogar eine Umsatzrendite von ca. 10 %. Bei
AOL Time-Warner sieht das ganze nicht so gut aus - aber im
Vergleich zu AOL und einigen anderen Bereichen fielen die Probleme
des Musikbereichs nicht sonderlich hoch aus.
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