Geld wird mit Musik in diversen verschiedenen Formen und Bereichen verdient - und hier soll es nur um die Einnahmen aus dem Konsum von Musik gehen (nicht die möglichen Nebeneinnahmen durch Bekleidungsindustrie, Sponsoren etc..)
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Musikkonsum: |
Konzerte |
CD-Verkauf |
Radio |
Internet-Download Music on Demand Telekom |
Internet-Downloads Liquid-Audio |
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Preis für Konsument: (Beispiel, siehe Erläuterungen unten) |
DM 35,-- |
DM 35,-- |
DM 30,-- |
DM 35,-- |
DM 25,-- |
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(Einheit des Konsums) |
2 Stunden Konzert |
1 Normalpreis-CD (ca. 20 Stunden Musik anhören - 20 mal hörbar??) |
3 Monate Musikkonsum |
ca. 12 Stücke - komplettes Album - also ca. 20 Stunden Konsum |
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Steuereinnahmen (Staat) |
DM 5,-- |
DM 5,-- |
DM 5,-- |
DM 3,-- |
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Einzelhändler oder andere letzte Stufe des Vertriebswegs |
DM 10,-- |
DM 9,-- |
DM 29,10 |
DM 16,- inkl. Inkasso |
DM 14,-- inkl. Inkasso |
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Vertrieb (davon ca. 10% Gewinn, Rest Kosten) |
DM 8,-- |
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Technische Kosten ( CD-Herstellung/Server-Kosten etc., Live: Equipment , Licht etc. bei gelungener Kalkulation) |
DM 10,-- |
DM 2,00 |
fast keine |
DM 1,-- |
DM 1,-- |
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Werbung pro Käufer oder Besucher (Branchendurchschnitt, Schätzungen) |
DM 5,-- |
DM 4,-- |
- |
DM 4,-- |
DM 4,-- |
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Anteil Verlag und Komponist (GEMA) |
DM 2,-- |
DM 2,10 |
DM 0,50 |
DM 2,10 |
DM 1,60 |
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Anteil Musiker (Star) |
DM 2,25 |
DM 3,-- |
DM 0,20 |
DM 3,-- |
DM 1,20 |
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Anteil Agentur (nur Live-Business) |
DM 0,75 |
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Anteil Plattenfirma (Label) |
- |
DM 1,90 |
DM 0,20 |
DM 3,90 |
DM 1,20 |
Hier verdienen die Veranstalter und die Musiker sowie alle Zulieferbetriebe und natürlich der Staat (Umsatzsteuer beim Eintrittspreis). Zu den Zulieferern gehören vor allem die Firmen, die Plakate herstellen und aufhängen, die lokalen Zeitungen und Monats-Blätter, in denen Anzeigen für Konzerte erscheinen, das Personal und die betreiber der Beschallung (PA-Systeme) und Lichtanlagen - und natürlich auch die Gastonomie-Betreiber, die bei Konzerten gut Getränke absetzen können.
Wer oft gar nichts verdient, sind die Musiker (Bandleader oder Gruppe) selbst, da bei noch nicht sehr bekannten Gruppen niemand mehr ein Risiko akzeptiert und sogar die nicht am CD-Verkauf beteiligten Begleitmusiker Mindestgagen erhalten müssen.
Die meisten Veranstalter zahlen heute nur eine Beteiligung am Ertrag (zwischen 30 und 70% nach Deckung aller Kosten) und manchmal eine minimale Garantiesumme. Sie nennen das zwar Umsatzbeteiligung, aber in der Praxis ist der einzige Faktor, der nicht als Kosten angerechnet wird, der Grundpreis für den Raum. (Miete etc.)
Bei gut besuchten Konzerten mit schon bekannten Bands kann man allerdings damit rechnen, daß die Musiker zwischen 20% und 40% der Netto-Einnahmen erhalten - und davon Equipment, Personal, Reisekosten und 10% bis 15% für die Agentur zahlen. Man kann meist selbst bei bekannten Musikern mit ca. 10% des Eintrittspreises als Gewinn vor Steuern rechnen.
Beim in der obigen Tabelle angenommenen Fall handelt es sich um eine Gruppe, die schon recht weit etabliert ist und z.B. 1.000 Besucher bei ca. DM 35,- Eintrittspreis hat. Wenn die Besucherzahlen schlechter als kalkuliert ausfallen, wird das Ergebnis für den Star verheerend. Der Veranstalter verdient oft trotzdem - und vor allem verdienen alle Zulieferer trotzdem recht gut.
Die Berechnung des Beispiels in der Tabelle beruht darauf,
daß die Rundfunkgebühren bei DM 8,- pro Monat liegen und
zusätzlich ca. DM 2,- an Werbung pro Monat von den Radiosendern
eingenommen wird. Da die Hälfte der deutschen Bevölkerung
nie Musik kauft und bei Umfragen sogar 25% der Gesamtbevölkerung
aussagten, daß sie auch bei minimalen Preisen für CDs
keine Aufnahmen kaufen würden, da sie alles, was sie hören
wollen, kostenlos nebenher und aus dem Radio hören können,
kann man sagen, daß das die Haupt-Musikversorgung der
Bevölkerung ist.
Das wird bestätigt durch die Media-Analysen der letzten Jahre,
bei denen der durchschnittliche Radiokonsum der letzten Jahre pro Tag
mit 177 bis 188 Minuten (davon zwischen 80% und 90% Musik) angegeben
wird, während durchschnittlich nur 26 Minuten des Tages mit dem
Anhören von Musik von Tonträgern (CDs) verbracht wird.
Zur Zeit ist Radio die miserabelste Einnahmestruktur für Musiker. Im Gegensatz zu Livekonzerten (10%) bleiben hier für den Musiker als Star gerade mal 0,7 % des Umsatzes übrig.
In Deutschland verdienen die Radiosender ca. 5,5 Mrd. DM (Gebühren-Einnahmen der ARD für Radio plus Werbe-Einnahmen aller Radiosender). An alle Beteiligten der Musikbranche zahlen sie dafür ca. 3% ihrer Einnahmen.
Diese Summe wird über GEMA und GVL kassiert und abgerechnet und bringt den "Stars" ca. 50 Mio, den Komponisten ca. 80 Mio. , den Plattenfirmen ca. 40 Mio. sowie den Musikverlagen ca. 50 Mio. DM pro Jahr ein.
Was extrem ärgerlich für Musiker (und ihre Partner - also Plattenfirmen und Verlage) ist, ist die enorme Bevorzugung der Radiosender. Die Sender haben in Deutschland - mit der Begründung, daß sie den Verkauf von CDs fördern sollen, die Erlaubnis, jegliche Musik von CDs (oder anderen Tonträgern) zu spielen - und zwar gegen eine geringe Pauschale, die abhängig von ihren Einnahmen ist.
Dieses Geschäftsmodell kann man sehr gut auch auf andere Waren übertragen:
Die pauschale Sendegenehmigung führt auch zu einem weiteren Problem - was auch bei Filmen zutreffen würden, wenn das Konzept dort übernommen würde:
Die Sender bringen nur noch die neuen Produkte, die garantiert bei fast allen möglichen Zuschauern ankommen - und von alten Produkten werden nur die gesendet, die früher einmal sehr erfolgreich waren. Es kommt enorme Langeweile auf, weil die Sender keine Risiken eingehen wollen. Diese Situation kennen wir inzwischen zu genüge aus dem Radio.
3) CD-Verkauf
Zu CD-Verkäufen muss gesagt werden, dass heute vor allem bei Pop-Produkten oft sehr viel mehr CDs produziert werden, die von den Händlern und Vertrieben retourniert werden können, als tatsächlich verkauft werden. In manchen Fällen liegen heute die tatsächlichen Herstellungskosten dadurch bei DM 3,-- bis DM 4,-- pro verkaufter CD.
Die Kosten für den Konsumenten sind bei CDs auch noch deutlich höher, da für das Hören von CDs spezielle Anlagen (z.B. CD-Spieler) benötigt werden. Interessant dabei ist, daß die deutschen Konsumenten seit Jahrzehnten jedes Jahr ungefähr den selben Betrag für HiFi-Anlagen ausgeben wie für CDs.
MEBIS Infos, sponsored by: LIPSTICK und JAZZLINE Rec.
c 2000 Alex Merck